Nr. 12/2014, Seite 4: Arbeit und Teilhabe sichern
Der Zugriff der Erwerbsarbeit auf unser Leben wird zunehmend totaler: Immer neue Bereiche des Lebens werden einer Ökonomisierung unterworfen und marktfähig gemacht. Auf der anderen Seite werden zunehmend Menschen aus dem Erwerbsleben bzw. den Normalarbeitsverhältnissen gedrängt und erleben sozialen und gesellschaftlichen Ausschluss. Perspektiven für Gute Arbeit und Teilhabe zu entwickeln, ist das Anliegen von zwei Veranstaltungen, auf die wir besonders hinweisen.
Welche Maßnahmen sind anzustreben, um wirtschaftliche Entwicklung bei Guter Arbeit für die Zukunft zu gewährleisten und die prekäre Beschäftigung zurückzudrängen? Wie kann der Zugang zu sozialen Dienstleistungen für alle Menschen garantiert werden? Wie kann in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit und Koordination der parlamentarischen und außerparlamentarischen Bündnisse vor Ort ausgebaut und gestaltet werden? Fragen, denen die Fachkonferenz „Arbeit und Teilhabe in Thüringen“, veranstaltet von der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag und der Rosa Luxemburg Stiftung Thüringen (RLS), nachgeht. Die Konferenz findet am Freitag, den 4. Juli, in der Zeit von 10 bis 16 Uhr in den Rosensälen der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Fürstengraben 27, statt.
Nach der Begrüßung durch Margit Jung (stellv. Fraktionsvorsitzende DIE LINKE im Thüringer Landtag) spricht Dr. Judith Dellheim (Referentin der RLS für Solidarische Ökonomie). Der Bedeutung von (Erwerbs-)Arbeit für ein selbstbestimmtes Leben geht Prof. Dr. Hildegard Maria Nickel von der Humboldt-Universität Berlin nach. Prof. Dr. Klaus Dörre von der Friedrich-Schiller-Universität Jena spricht zur Fachkräfte- und Wirtschaftsentwicklung in Thüringen. Weitere Themen der Konferenz sind die Ökonomisierung des Sozialen und die Perspektiven der Sozialwirtschaft, die Aufgaben der Gewerkschaften im Kampf um Gute Arbeit und die Stärkung von Arbeitnehmerrechten (Wolfgang Lemb, Geschäftsführender Vorstand IG Metall). Eine Diskussion zu neuen Perspektiven auf Arbeit und Teilhabe in Thüringen führen Ina Leukefeld, Wolfgang Lemb, Madeleine Henfling (Geschäftsführerin Landesfrauenrat Thüringen) und Prof. Dr. Klaus Dörre, bevor abschließend Ina Leukefeld, die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, nocheinmal das Wort ergreifen wird.
Offenes Fachgespräch im Haus Dacheröden
Die „Perspektiven für Gute Arbeit“ sind auch Thema eines offenen Fachgesprächs für Betriebs- und Personalräte sowie Interessierte, zu dem die LINKE Bundestagsfraktion am Mittwoch, den 9. Juli, um 18 Uhr nach Erfurt ins Haus Dacheröden einlädt. Nach der Begrüßung durch Ralph Lenkert, MdB, spricht Sandro Witt, stellv. Bezirksvorsitzender DGB Hessen-Thüringen: Für eine neue Ordnung der Arbeit in Thüringen.
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion geht es um die „neuen Beschäftigungsverhältnisse in Thüringen“, mit dabei Caro Lobig, die als Journalistin verdeckt bei Zalando rechechierte. Wege zur Überwindung prekärer Beschäftigungsverhältnisse stehen im Mittelpunkt einer weiteren Podiumsdiskussion.
Abschließend referiert Bodo Ramelow, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE im Thüringer Landtag zur „Nachhaltigen Wirtschaftsförderung für Gute Arbeit“.
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