Nr. 11/2017, Seite 9: Die Herausforderungen der Bildungspolitik
Regierungserklärung zur zukunftsfähigen Gestaltung der Thüringer Bildungslandschaft
Die Regierungserklärung „Die Thüringer Bildungslandschaft zukunftsfähig gestalten: Ganztagsbetreuung qualitativ weiter entwickeln – Fachkräfte gewinnen – Unterrichtsgarantie herstellen – Ressourcen optimal einsetzen“ stand im Mittelpunkt der Landtagssitzung am 1. Juni.
Sie wurde gehalten vom Thüringer Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff. Er sprach über die Herausforderungen der Thüringer Bildungspolitik, über Erfolge und ungelöste Probleme. „Ebenso über Entscheidungen, die zu ihrer Zeit richtig waren und heute dennoch neu getroffen werden müssen, weil sich die Zeiten und die zu lösenden Probleme fundamental geändert haben“, wie er betonte. Er mute den Abgeordneten „Komplexität und Ambivalenzen zu, denn es gibt in der Bildungspolitik aus meiner Sicht nur selten ein eindeutiges ‘richtig’ oder ‘falsch’“, sagte der Minister. Dafür sei das Thüringer Bildungssystem mit 1.315 Kindertagesstätten und 1.009 Schulen, den zahlreichen Einrichtungen der Erwachsenenbildung sowie über 50.000 Beschäftigten zu differenziert. Aber seine Stärke beruhe „auf dem Engagement der Erzieherinnen und Erzieher in den Kindertagesstätten und dem Hort, den Lehrkräften an den Schulen von der Grundschule bis zur Berufsschule“.
Allerdings, so der Minister weiter, steigen „proportional zur Stärke unseres Bildungssystems die Herausforderungen“. Er machte dies am Beispiel des Schulhorts deutlich, der in Thüringen organisatorischer Teil der Grundschule ist. „Das ist in dieser Form selbst in Ostdeutschland einmalig – westdeutsche Bundesländer sind davon weit entfernt. Diese hervorragende Infrastruktur aufrecht zu erhalten und weiter zu entwickeln ist personal- und kostenintensiv. Jeder Euro ist hier gut investiert.“ Nicht zu akzeptieren sei es, dass nicht allen Schülern garantiert werden könne, „dass sie am Schuljahresende in allen Fächern eine Note auf dem Zeugnis haben, weil der Unterrichtsausfall zu hoch war“. Daher sei es das Ziel der Landesregierung, die Rahmenbedingungen für eine Thüringer Unterrichtsgarantie zu schaffen.
Prof. Hoff: „Gleichzeitig sind wir dafür gut gerüstet. Wir sind im Bundesvergleich das Land mit den höchsten Bildungsausgaben pro Kopf. 8.100 Euro pro Schülerin oder Schüler investiert der Freistaat jährlich. Wir haben in allen Schularten im Ländervergleich 2015 kleinere Klassengrößen als andere Länder. Die vom Ministerpräsidenten und der Bildungsministerin Klaubert eingesetzte ‘Kommission Zukunft Schule’, die im Juni ihre Empfehlungen vorlegen wird, hat wiederum den Auftrag, Vorschläge zu unterbreiten, wie wir die bereits jetzt in das Thüringer Schulsystem investierten Ressourcen so einsetzen, dass wir einen spürbaren Schritt vorwärts kommen beim Ziel der Herstellung einer Thüringer Unterrichtsgarantie.“
Regierungserklärung komplett unter: http://www.thueringen.de/th2/tmbjs/aktuell/aktuelles/daten/98730/index.aspx
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