Nr. 10/2013, Seite 7: Die Thüringer Schule Lernort der Demokratie - Weitere gemeinsame Veranstaltung mit „Mehr Demokratie Thüringen“ am 6. Juni

Parlamentsreport

Demokratie macht Schule – Schule macht Demokratie“, unter diesem Titel findet auch in diesem Jahr wieder eine gemeinsame Demokratie-Tagung der Landtagsfraktionen von LINKE, SPD und Bündnis 90/Die Grünen zusammen mit dem Bündnis „Mehr Demokratie in Thüringen“ statt.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zu dieser Veranstaltung, die am Donnerstag, den 6. Juni, in der Zeit von 14 Uhr bis ca.19 Uhr im Thüringer Landtag stattfindet.
Nachdem in den vergangenen Jahren die Bürgerbeteiligung bei Finanzfragen (2011) und die Bürgerbeteiligung bei Planungsangelegenheiten und öffentlichen Projekten (2012) Themen waren, stehen nun die Themenfelder Schule als Lernort der Demokratie, besonders der innerschulischen Demokratie, und Bürgerbeteiligung bei Fragen des Schulerhalts, der Schulstruktur im Mittelpunkt.

Schule ohne Aussonderung

Zum Lernort Demokratie gehören z.B. Schülersprecherwahlen, Demokratie-Projekte an Schulen, aber auch Projekte zur Öffnung der Schulen zu den Kommunen hin.  Bürgerbeteiligung in Sachen Schule ist vor allem Thema mit Blick auf die in der Praxis ab und an leidige Schulnetzplanung.

All diese Themenaspekte sollen auf der Tagung kritisch diskutiert werden, denn es geht um Handlungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten. Wie in den vergangenen Jahren auch soll ganz konkret auf die Situation in Thüringen eingegangen werden vor allem durch die Vorstellung praktischer Beispiele und Projekte. Otto Herz (Bielefeld/Leipzig), Reformpädagoge und „Bildungsquerdenker“, beschäftigt sich in seinem Eingangsbeitrag mit „Schule als Lernort der Demokratie“. Herz ist Wissenschaftler und Bildungspraktiker (z.B. Leiter der Arbeitsstelle Praktisches Lernen, Universität Dortmund, war verantwortlich in NRW für das Projekt Gestaltung des Schullebens und Öffnung von Schule) sowie als Publizist tätig und engagierte sich in den 80er Jahren auch im geschäftsführenden Bundesvorstand der GEW.
In einem „Fragebogen“ der „Deutschen Lehrerzeitung (DLZ)“ antwortete er z.B. auf die Frage: Was bedeutet Schule für Sie? „Herausforderung, nicht die Menschen an deren System anzupassen, sondern das System mit den Menschen und für sie zu entwickeln.“ Und auf die Frage, welche Reform er am meisten schätze: „Die Schule ohne Aussonderung…“.
Nach dem Eingangsreferat gibt es unter dem Titel „Macht Schule Demokratie?“ ein Podium mit Vertreter/innen der Landeschülervertretung, der Landeselternvertretung, der Gewerkschaft GEW und des Thüringer Lehrerverbandes in kritischer Diskussion mit dem Thüringer Bildungsminister. Daran schließt sich die Vorstellung der  praktischen Beispiele aus Thüringen an, so unter dem Stichwort „Innerschulische Demokratie“  zu Schülersprecherwahlen,  zum Thüringer Programm „Neue Lernkultur in Kommunen“ (Nelecom) und dem Förderprogramm „Demokratisch handeln“. Ein weiterer Themenkomplex ist dann dem Bereich der Schulnetzplanung gewidmet.

Dort werden Beispiele aus Stützerbach (erstes erfolgreiches Bürgerbegehren auf Landesebene in Thüringen) und Eisenach zu Fragen des Erhalts von Schulstandorten vorgestellt, danach soll es um Alternativen und Änderungsmöglichkeiten im Bereich der Schulnetzplanung gehen, unter anderem am Beispiel des Ilmkreises.

Begleitend eine Projektmesse

In einer zweiten Podiumsrunde („Was ist zu tun? – ein Ausblick“)werden dann Vertreter/innen  vom Bündnis Mehr Demokratie in Thüringen sowie den drei Landtagsfraktionen (für die LINKE-Fraktion wird die bildungspolitische Sprecherin Susanne Hennig diskutieren), die die Veranstaltung tragen, debattieren, welche konkreten Handlungsmöglichkeiten für weitere parlamentarische und außerparlamentarische Initiativen und Aktivitäten sich aus der Thematik bzw. konkret auch aus der Veranstaltung ergeben, z.B. mit Blick auf notwendige Änderungen im Schulgesetz, die Gestaltung von Projekten usw.

Wie in den vergangenen Jahren sollen alle Veranstaltungsbesucher/innen die Möglichkeit erhalten, sich mit Diskussionsbeiträgen, Anregungen, Kritik zu beteiligen. Die Veran-stalter/innen würden sich auch freuen, wenn möglichst viele Engagierte zur Veranstaltung kommen würden. Begleitend zur Veranstaltung findet auch eine „Projektmesse“ statt, um noch mehr positive Aktivitäten in Sachen Demokratie und Schule aus Thüringen bekannt zu machen, die aus zeitlichen „Platzgründen“ nicht in der Veranstaltung selbst berücksichtigt werden konnten.


Sandra Steck       

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