Nr. 09/2015, Seite 9: Mit einer Million Diäten-Euro geholfen
Jubiläumsveranstaltung „20 Jahre Alternative 54 e.V.“ in der Erfurter Staatskanzlei
Am 27. April konnte die Alternative 54 Erfurt e.V. ihr 20jähriges Jubiläum begehen. Der Ministerpräsident, langjähriges Mitglied des Vereins, hatte Mitglieder und Gäste zur Jubiläumsveranstaltung in den Barocksaal der Staatskanzlei eingeladen.
Nach Eröffnung durch die Vorsitzende des Vereins, MdL Diana Skibbe, kamen der Ministerpräsident Bodo Ramelow und der Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Bundestag Dr. Gregor Gysi zu Wort. Bodo Ramelow betonte, dass ihn diese Veranstaltung mit Stolz und Freude erfülle. Der Verein habe sich in den 20 Jahren seines Wirken in die Gesellschaft hinein hervorragend entwickelt. Es sei gut angelegtes Geld, dort zu helfen, wo andere sich ehrenamtlich engagieren. Die enorme Summe von einer Million Euro ist seither in Form von Projektförderung in die soziale Infrastruktur Thüringens geflossen. Dabei sei bei der Gründung des Vereins nicht vorstellbar gewesen, dass nun der 20. Geburtstag in der Staatskanzlei gefeiert werden könne, sagte der Ministerpräsident.
Gregor Gysi bekräftigte, sowohl die Gründung als auch die Entwicklung der Alternative 54 Erfurt e.V. seien beispielhaft für die LINKE in den anderen Länderparlamenten und im Bundestag, wo die Fraktion einen ähnlichen Verein gegründet hat. Manchmal könne man „mit kleinen Beiträgen schon große Hilfe leisten“
Die bewegende Festrede von Ministerin Dr. Birgit Klaubert stand unter den Worten von Mahatma Gandhi: „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ Als Gründungsmitglied des Vereins legte sie dar, dass die Mitglieder der damaligen PDS-Fraktion nicht nur mit Worten gegen die unsoziale Selbstbedienungsmentalität vorgehen wollten, sondern durch konkretes Handeln. Dabei gehe es nicht um mildtätige Gaben, sondern der Verein habe den Anspruch, mit den Spenden - in den 20 Jahren durchschnittlich an jedem dritten Tag eine - „kontinuierlich und zuverlässig zu helfen“.
Die Ministerin erinnerte, wie die Fraktion, der sie damals als Vorsitzende vorstand, für eine Diätenregelung, die sich an den tatsächlichen Lebensverhältnissen der Menschen in Thüringen orientiert, gekämpft hatte. Die von der PDS geführte Klage vor dem Landesverfassungsgericht war nicht erfolgreich, aber wenigstens konnten die großzügigen Altersentschädigungen für Abgeordnete korrigiert werden. Sie habe „den Verdacht“, so Birgit Klaubert weiter, „dass wir hier feiern können, hat auch mit der Alternative 54 zu tun“. Sie „konterkariert die Selbstbedienungsmetalität auch von Politikern“. Schließlich nutzte die Ministerin die Gelegenheit, um mit Verweis auf die akribische Bearbeitung von insgesamt mehr als 2.700 Anträgen an die Alternative der Fraktionsmitarbeiterin Maria Funke zu danken: „Alles, was an Spenden in den Verein hineingeht, geht genauso wieder heraus - so konnten insgesamt eine Million Diäten-Euro sozusagen ‘sozialisiert’ werden.“
Zum Abschluss der Veranstaltung wurden durch die Vorsitzende der Alternative 54 Gründungsmitglieder und langjährige Vorstandsmitglieder geehrt, bevor Diana Skibbe den schon gespannt wartenden Vertreterinnen und Vertretern von zwölf Thüringer Vereinen und Verbänden Zuwendungsschecks übergab, womit dann auf den Tag genau die Millionen-Grenze überschritten wurde.
„Sie stehen für das ganze Spektrum unserer Hilfe: Kleine und große Vereine, Selbsthilfegruppenarbeit und Großprojekte. Sport, Kultur, Bildung und Erziehung, Unterstützung Verfolgter, Sozialprojekte. Allen ist eines jedoch gemeinsam, sie sind lebenswichtig für ein solidarisches Miteinander, für eine gute und bürgerfreundliche Gesellschaft. Und gleichzeitig erfahren damit auch die Beteiligten die öffentliche Anerkennung, die sie für ihr ehrenamtliches Engagement verdienen. Deshalb gilt ihnen unser Dank für jahrelange engagierte ehrenamtliche Arbeit. Danke, dass Sie sich an die Alternative 54 Erfurt e.V. gewandt haben. Wie werden auch weiterhin ein guter Partner für Sie sein.“
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