Nr. 08/2014, Seite 7: Campus Thüringen – Zukunft per Kooperation (Kopie 1)
Einladung zur Diskussion über das Gutachten zur Hochschulentwicklung in Thüringen
Nachdem der von der Landesregierung schon lange angekündigte Hochschulentwicklungsplan immer noch auf sich warten lässt, hat jetzt die Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag eine Studie mit dem Titel „Campus Thüringen - Perspektive durch Kooperation“ sowohl im Rahmen eines Pressegesprächs als auch mit der Livestream-Übertragung einer ersten Diskussion dazu in der Fraktionssitzung öffentlich vorgestellt. Dabei geht die ausdrückliche Einladung an alle Akteure und Interessierten, in den nächsten Wochen und Monaten ihre Meinung zu sagen und sich in die Diskussion einzubringen.
Nach den ersten Veröffentlichungen in der Thüringer Presse begann bereits eine heiße Debatte, die darin gipfelte, dass die SPD und der LINKEN unterstellte, sie wolle Kürzen und Streichen. „Als wenn schon die Diskussion gefährlich wäre“, wie Bodo Ramelow reagierte. Dabei ist an keiner Stelle der Studie von Schließungen von Einrichtungen die Rede, vielmehr geht es um die Fortentwicklung der Thüringer Hochschullandschaft und darum, eine wirkliche „Perspektive durch Kooperation zu eröffenen“, betonte Dr. Karin Kaschuba, wissenschaftspolitische Sprecherin der Fraktion. Es sei „allerhöchste Zeit, dass die öffentliche Debatte“ dazu geführt werde.
Thüringer Hochschulen werden schon seit Jahren unterfinanziert
„Wir haben die Außensicht gewollt“ bei den notwendigen Überlegungen zu den Zukunftsstrukturen in Thüringen, so Bodo Ramelow zur Vorstellung der Studie in der Fraktionssitzung. Denn „wenn wir nicht diskutieren, erleben wir nur Spar- und Streichorgien, die keine Ansätze für Neues bieten“. Er unterstrich die auch im Gutachten hevorgehobene Notwendigkeit, „mit Beginn der kommenden Legislaturperiode eine Enqutekommission Thüringer Hochschulentwicklung 2030“ einzusetzen.
„Die Thüringer Hochschulen werden schon seit vielen Jahren unterfinanziert“, erneuerte Susanne Hennig-Wellsow, bildungspolitische Sprecherin und Landesvorsitzende der LINKEN, die grundsätzliche Kritik. Dabei sei die vom Ministerium vorgesehene Steigerung der Hochschulausgaben im Zeitraum von 2016 bis 2020 um vier Prozent das Mindeste, reiche aber immer noch nicht aus, um die Situation für Beschäftigte und Studierende tatsächlich zu verbessern.
Es gehe um sinnvolle Strukturentscheidungen und Herausforderungen, denen sich die neue Landesregierung zu stellen habe, hatte Prof. Benjamin-Immanuel Hoff, der zusammen mit Christian Schaft das Gutachten erarbeitet hat, betont. So wird im Gutachten beispielsweise für die Fachhochschule Nordhausen, die jüngste Hochschul-Neugründung in Thüringen, eine institutionelle Kooperation mit der nur 40 Kilometer entfernten Fachhochschule Harz (Sachsen-Anhalt) vorgeschlagen – entweder als Hochschulverband, was die Minimalvariante sei, oder als länderübergreifende Hochschule Harz-Nordhausen (Maximalvariante) nach dem Modell der niedersächsischen Technischen Hochschule.
Und Erfurt und Weimar könnten bei verbesserter Zusammenarbeit eine Wissenschaftsregion bilden. Dafür wird u.a. vorgeschlagen, dass die vier Hochschulen ihre Ressourcen in drei fachlichen Schwerpunkten zusammenführen (Architektur-Urbanistik-Bauen, Kommunikation-Kunst-Design, Bildung-Erziehungswissenschaften-Lehrerausbildung).
A. Rudolph
Das <media 19272 _top external-link-new-window>komplette Gutachten (235 Seiten</media>) kann ebenso wie eine <media 19273 _top external-link-new-window>Kurzfassung (20 Seiten)</media> auf der Internetseite der Fraktion unter www.die-linke-thl.de eingesehen werden.
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