Nr. 07/2013, Seite 10: Zalando wächst und lernt

Parlamentsreport

Kürzlich waren die Landtagsabgeordneten der Linksfraktion Ina Leukefeld und Karola Stange bei Zalando Erfurt zu Gast. Angesichts zahlreicher Kritik, welche der Logistikbranche derzeit entgegenschlägt, begrüßten sie die Einladung des Unternehmens zur Besichtigung und Diskussion.

Zalando wächst und lernt - so könnte kurz ein zusammenfassendes Statement der Gespräche lauten. Innerhalb kürzester Zeit ist die Zahl der Mitarbeiter, darunter viele Frauen, auf 1.600 Menschen angewachsen, eine weitere Zunahme wird vom Unternehmen angestrebt. „Dies bedeutet ohne Frage eine Vielzahl an Jobs und Chancen für Thüringen, darunter ohne Zweifel auch für Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt lange als abgeschrieben galten. Auch die Übernahmeangebote für Beschäftigte von Leiharbeitsfirmen, die etwa zehn Prozent der Belegschaft stellen, nach drei Monaten Einsatzdauer sind in dieser Hinsicht zu begrüßen. Das Prädikat ,Arbeitgeber des Jahres' kann DIE LINKE trotzdem nicht verleihen: Der gezahlte Einstiegslohn von 8,53 Euro droht für diejenigen Beschäftigten, die in den internen Vorgängen nicht höher qualifiziert werden, zu einer Sackgasse zu werden. Es fehlen noch ein Betriebsrat und die Tarifbindung. Zudem erscheint die Standardbefristung von einem Jahr als übertrieben“, konstatierte die Arbeitsmarktpolitikerin Ina Leukefeld. Karola Stange, Direktkandidatin zur Bundestagswahl, Stadträtin sowie Sprecherin für Gleichstellungs- und Behindertenpolitik, ergänzte: „Für viele bedeutet Zalando sicherlich eine neue Perspektive. Auch Alleinerziehende sollen jetzt mittels Teilzeitmodellen und einer ,Eltern-Schicht' mehr Chancen erhalten. Dies ist ein wichtiger Fortschritt hin zu einem sozialverantwortlichen Unternehmen. Aber es bleibt aber noch einiges zu tun. Beispielsweise kann und muss Zalando verstärkt auch Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen, um die vorgeschriebene Fünf-Prozent-Quotierung zu erreichen. Dass wir hierbei bei einer guten Gesprächsatmosphäre auf offene Ohren stießen, gibt aber Hoffnung. Die Ankündigung, dass manches der derzeitigen Aufbausituation geschuldet ist und in Zukunft überwunden werden soll, werden wir bei einem Besuch im nächsten Jahr kritisch überprüfen“, kündigten beide Abgeordnete an

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