Nr. 06/2015, Seite 2: „Zeit, die Karten neu zu mischen“

Parlamentsreport

Die Koalitionsfraktionen von LINKE, SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Thüringer Landtag haben gemeinsam mit Vertreterinnen des Landesfrauenrates und auch der Arbeits- und Sozialministerin Heike Werner (LINKE) anlässlich des Equal Pay Days am 20. März vor dem Plenargebäude in Erfurt dem noch immer vorhandenen Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern die Rote Karte gezeigt und mit einer symbolischen Aktion gefordert: „Es wird Zeit, dass die Karten neu gemischt werden!“

Mit 22 Prozent beträgt der durchschnittliche Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern in der Bundesrepublik noch immer um einiges mehr als in den meisten anderen europäischen Staaten (durchschnittlich 16 Prozent). Laut Bundesamt für Statistik erzielten die etwa 18 Millionen Arbeitnehmerinnen in Deutschland im Jahr 2014 im Durchschnitt lediglich einen Verdienst von 15,83 Euro pro Stunde (brutto), die Männer kamen auf 20,20 Euro. Rednerinnen und Redner der Koalitionsfraktionen sowie der CDU-Fraktion betonten, auch wenn die Einkommenslücke in Thüringen mit etwa acht Prozent etwas niedriger sei, könne dies nicht wirklich zufriedenstellen. Ministerin Heike Werner verwies auf das in Thüringen geringe Lohnniveau. „Schlimmer geht’s nimmer“, sagte sie mit Blick auf den Bundesvergleich. Frauen seien damit auch besonders von Altersarmut betroffen. Die rot-rot-grüne Landesregierung unterstütze alle Initiativen, um die Lohn- und Einkommenslücke zu schließen.

Transparenz bei der Bezahlung und Branchentarifverträge, besonders auch in der Pflege, forderte die Vorsitzende der Linksfraktion, Susanne Hennig-Wellsow. Der Equal Pay Day sei notwendig, um nachdrücklich Stellung zu beziehen. Die Gleichstellungspolitikerin der Fraktion, Karola Stange, unterstrich, „gleiche Bezahlung von Männern und Frauen bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit sollte eine Selbstverständlichkeit sein“. Den Lippenbekenntnissen müssten endlich Taten folgen. Leider beträfen aber Minijobs und prekäre Beschäftigung gerade auch in Thüringen überproportional die Frauen.

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