Nr. 05/2015, Seite 5: Das Berufsschulnetz zukunftsfähig gestalten
Bildungsministerin Dr. Birgit Klaubert hatte zur Auftaktveranstaltung eingeladen
Auf Einladung der Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, Dr. Birgit Klaubert, fand am 4. März in Erfurt eine Auftaktveranstaltung für die Berufsschulnetzplanung statt. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter der Handwerkskammern, der Gewerkschaften, der Landesschülervertretung, der Landeselternvertretung, der Berufsschulen sowie der Berufsschullehrer und Kommunen.
Diese Auftaktveranstaltung ist der Beginn eines Prozesses, welcher mit verschiedenen Regionalkonferenzen dieses Jahr fortgesetzt werden soll. Ziel der Regionalkonferenzen soll eine einvernehmliche Einigung aller Beteiligten für ein zukunftsfähiges Berufsschulnetz für ganz Thüringen sein, welches auch die Fläche des Landes mit einbezieht und nicht nur auf die Schwerpunkte entlang der A4 setzt. Bis zum Schuljahr 2016/2017 soll diese neue Struktur in Kraft treten.
Zu Beginn der Veranstaltung stellte Ministerin Klaubert die momentane Situation in Thüringen vor. Seit 2001 hat sich die Anzahl der Berufsschülerinnen und Berufsschüler nahezu halbiert und liegt heute bei rund 42.000. Dieser Abwärtstrend wurde zwar gestoppt, doch wird in den kommenden Jahren kein signifikanter Anstieg erwartet. Hingegen ist die Anzahl der Berufsschulen von 58 nur auf 42 in den letzten fünfzehn Jahren gesunken. Fast ein Drittel aller Berufsschulklassen ist dabei unterfrequentiert besetzt. Allein diese Zahlen weisen schon auf den dringenden Handlungsbedarf hin.
Die eingeladenen Gäste äußerten ihre Erwartungen an die kommende Berufsschulnetzplanung. An erster Stelle stand bei allen Beteiligten, die Wohnortnähe bzw. die Erreichbarkeit. Denn gerade für jüngere Berufsschülerinnen und Berufsschüler ist eine weit entfernte Schule ein Hemmnis, den gewünschten Beruf zu ergreifen. Eine wohnortnahe Beschulung ließe sich z.B. durch das Zusammenfassen von Fachklassen umsetzen. Weiterhin wurde darauf aufmerksam gemacht, dass auch die technischen und personellen Ausstattung der Berufsschulen Berücksichtigung finden, um qualitativ hochwertige Ausbildungen zu gewährleisten. Außerdem wurde angeregt die Landesfachklassen gerecht zu verteilen und für die Ansiedlung länderübergreifender Fachklassen zu werben. Nicht zuletzt wurde der Wunsch geäußert, dass der entstehende Berufsschulnetzplan endlich für alle Beteiligten auch verlässlich sein soll.
Ich unterstütze das Vorhaben von Ministerin Klaubert vollkommen. Zum ersten Mal werden wirklich alle Betroffenen an einen Tisch geholt, um in Augenhöhe miteinander über die längst überfällige Neustrukturierung zu verhandeln. Der Ansatz der Ministerin, eine einvernehmliche Einigung aller Beteiligten zu erzielen, ist mehr als lobenswert. Ich denke, dass wir nur so ein verlässliches und zukunftsfähiges Berufsschulnetz auf den Weg bringen können.
Kati Engel, Sprecherin für Ausbildung, Kinder und Jugend der Fraktion DIE LINKE
Dateien
- PR05-s05
PDF-Datei (102 KB)
