Nr. 03/2015, Seite 9: Stärken zusammenlegen als dreifacher Vorteil

Parlamentsreport

Wahlkreistag in Neuhaus-Schiernitz mit Knut Korschewsky und Frank Kuschel

Der LINKE Landtagsabgeordnete Knut Korschewsky, der sein Wahlkreisbüro in Sonneberg hat, nutzte seinen ersten Wahlkreistag im neuen Jahr für Gespräche in  Neuhaus-Schierschnitz sowie mit Vertretern von Behinderteneinrichtungen. Gemeinsam mit Frank Kuschel, kommunalpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion, informierte er sich über den Stand möglicher freiwilliger Zusammenschlüsse von Kommunen im Rathaus von Neuhaus-Schierschnitz.

Mögliche freiwillige Zusammenschlüsse von Kommunen stehen im Landkreis aktuell auf der Tagesordnung. Das Signal dazu kann deutlich aus den Gemeinden Judenbach und Neuhaus-Schierschnitz vernommen werden. Für den von beiden gewünschten Partner, die Gemeinde Föritz, findet sich zumindest im örtlichen Bürgergremium eine Mehrheit für diese Dreier-Konstellation.

Bürgermeister Andreas Meusel (CDU) und Verwaltungsleiter Sven Heinze stellten den Landespolitikern ihre Vorstellungen von der künftigen Entwicklung ihrer Gemeinden vor. „Wir denken nicht für die nächsten drei bis fünf Jahre, sondern für die nächsten 25 bis 30 Jahre. Deshalb streben wir ein Zusammengehen mit Judenbach und Föritz an. Das wäre aus unserer Sicht für alle Beteiligten von Nutzen - das Zusammenlegen der Stärken jedes Einzelnen als dreifacher Vorteil, was uns auch zu einem starken Partner für die Stadt Sonneberg machen könnte. Denn wir sehen uns nicht als Gegenpol“, begründete Heinze den Willen zum Zusammengehen.

Natürlich nutzten die Hausherren die Gelegenheit, sich ausführlich zu den Vorhaben der neuen Landesregierung in Sachen Verwaltungs- und Gebietsreform informieren zu lassen. „Dem Horrorszenario der Bildung von Monsterkreisen widerspreche ich hiermit nochmals ausdrücklich“, beendete Kuschel seine detaillierten Ausführungen zu den zahlreichen Fragen, die allesamt beantwortet werden konnten. „Wenn man die Grundgedanken dahinter so erläutert bekommt, klingt alles logisch“, erklärte der Bürgermeister. Viele neue Fakten hätten einige Fragezeichen verschwinden lassen. Einig war man sich in dem Punkt, dass der Gesetzgeber zukünftig bei der Gestaltung mit Augenmaß agieren müsse.

„Eine Stadt ist eine Stadt, der ländliche Raum was ganz anderes, besonderes. Wir wollen gestalten, zum Vorteil unserer Bürger und benötigen dazu die entsprechenden Freiräume“, unterstrich Verwaltungsleiter Heinze abschließend. „Wir bleiben auf alle Fälle im Gespräch“, blickte Korschewsky auf folgende Treffen zu dieser Problematik voraus. Die angestrebte „Hochzeit“ von Judenbach, Neuhaus-Schierschnitz und Föritz war zudem Thema eines Informationsabends in Mupperg. Auf Initiative der Föritzer Gemeinderätin Almuth Beck (LINKE) hatte Frank Kuschel im Bürgerhaus „Roter Ochse“ Auskunft zu den Fragen rund um eine mögliche Fusion gegeben.

Integrativer Teilhabeplan: Großes bürokratisches Unterfangen

Unter der großen Überschrift „Integrativer Teilhabeplan - ITP“ (Unterstützungsleistungen für Menschen mit Behinderungen) stand für Knut Korschewsky ein Gespräch mit Katrin Welke, Geschäftsführerin der Rennsteig Werkstätten Neuhaus am Rennweg, und ihres Kollegen Klaus Stark vom Diakoniewerk Sonneberg. Auch hier fand ein intensiver Austausch zur Problematik statt, die sich in den jeweiligen Ausführungen unisono als großes bürokratisches Unterfangen darstellte. Übereinstimmend kam man zu dem Schluss, dass in dieser Sache eine fundierte Bestandsaufnahme erfolgen muss, die als Grundlage dienen sollte für den zeitnahen Austausch zwischen den Beteiligten.

„Wir werden dazu in Kürze Gespräche führen mit den involvierten Ministerien und erhoffen uns natürlich, dass unsere Bedenken und Anregungen in die zukünftigen Beschlüsse einfließen“, formulierte Katrin Welke den Wunsch aller in der Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen organisierten Einrichtungen des Freistaats. Auch Landespolitiker Knut Korschewsky sicherte den Beiden seine Unterstützung in der besprochenen Angelegenheit zu.

 

Text und Fotos: Wahlkreisbüro von Knut Korschewsky

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