Landgrabbing: Investoren versuchen landwirtschaftliche Betriebe aufzukaufen
Bevor sie sich am 18. Januar mit vier Traktoren auf den Weg nach Berlin zur Demonstration „Wir haben es satt“ am Rande der Grünen Woche machten, hatten Vertreter der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) einen Stopp vor dem Thüringer Landtag in Erfurt eingelegt und den Vertretern der rot-rot-grünen Koalitionsfraktionen ihre Sorgen verdeutlicht.
Dabei gab es insbesondere, was das Thema Landgrabbing, also den Verkauf von Land an Investoren, betrifft, vor allem Übereinstimmung. Michael Grolm, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland (AbL). hatte bei einer kurzen Rede betont, dass seit Jahren Investoren massiv versuchen, landwirtschaftliche Betriebe auch in Thüringen aufzukaufen – unter klarer Umgehung der bestehenden Gesetzlichkeiten, und auf Beispiele verwiesen.
So gehöre im Landkreis Sömmerda inzwischen jeder fünfte landwirtschaftliche Betrieb einem außerlandwirtschaftlichen Unternehmen. Johannes Köhler vom Obstwiesenhof Köhler aus Kleinromstedt, der mit seinem Trecker ebenfalls dabei war, sagte: „Wenn wir jetzt nichts tun, verbauen wir unseren Kindern und Enkeln die Chance auf eine bäuerliche und selbstbestimmte Landwirtschaft. Dagegen wehre ich mich!“
Die Fraktionsvorsitzende der LINKEN, Susanne Hennig-Wellsow, kündigte verschiedene Initiativen von Rot-Rot-Grün im Landtag zu dieser Problematik an.
So sollen Anteilsverkäufe von landwirtschaftlichen Betrieben angezeigt werden müssen. Dazu soll es gesetzliche Regelungen geben. Eine Analyse der aktuellen Situation und Entwicklung beim Landgrabbing für den weiteren Umgang mit dem Thema wird auf der Grundlage einer Großen parlamentarischen Anfrage vorgelegt werden.

