In Thüringen können (fast) alle Azubis vergünstigt fahren
Petition für das Thüringer Azubi-Ticket auch im Landkreis Greiz
Zu den Petitionen, die auf der Petitionsplattform der Internetseite des Thüringer Landtags mitgezeichnet werden können, gehört seit dem 20. Januar das Verlangen nach Einführung des vergünstigten Azubi-Tickets Thüringen auch im Landkreis Greiz. Kommen mindestens 1.500 Unterschriften zusammen, kann eine öffentliche Anhörung stattfinden. Die Mitzeichnungsfrist endet am 2. März.
Mit der Petition soll für die Gleichberechtigung aller Auszubildenden in Thüringen gesorgt werden, heißt es auf der Internetseite. Der Landkreis Greiz ist im Freistaat der einzige Kreis, der bisher die Einführung des Azubi-Tickets verweigert.
Bereits zwei Mal war durch eine Initiativgruppe ein Bürgerbegehren zur Einführung des Azubi-Tickets eingereicht worden, die Verwaltung des Landkreises Greiz hatte es jedoch jedes Mal abgelehnt. Mit dem Azubi-Ticket können Auszubildende für den Preis von 50 Euro pro Monat quer durch Thüringen fahren, mit der Bahn und mit Bussen im Gebiet des Verkehrsverbundes Mittelthüringen (VMT). Dieser umfasst die Städte Erfurt, Weimar, Jena und Gera sowie die Landkreise Gotha, Weimarer Land und den Saale-Holzland-Kreis.
Eigentlich müssten Auszubildende für ein Monatsticket 179,44 Euro bezahlen. Die Differenz von 129,44 Euro übernimmt der Freistaat Thüringen. Mit der Einführung dieses Azubi-Tickets Thüringen im Landkreis Greiz stünde auch dort den Auszubildenden eine durchgängige günstige Reisekette durch ganz Thüringen mit nur einem Fahrschein zur Verfügung. Für die rund 2.000 Azubis im Landkreis Greiz würde der Öffentliche Personennahverkehr damit wesentlich attraktiver.
Anja Müller, die Sprecherin für Petitionen der Linksfraktion sowie Vorsitzende des Petitionsausschusses im Thüringer Landtag, befürwortete ausdrücklich das Anliegen. Es könne nicht sein, dass Greiz als einziger Landkreis in Thüringen die Einführung des vergünstigten Azubi-Tickets verhindert. „Es ist traurig, wie Landrätin Martina Schweinsburg - die CDU-Politikerin ist zugleich Präsidentin des Thüringischen Landkreistages - nun bereits seit eineinhalb Jahren ihre Missgunst gegen eine erfolgreiche Initiative der Landesregierung auf dem Rücken der Auszubildenden auslebt.“
Auch Ute Lukasch, ebenfalls Mitglied im Petitionsausschuss, unterstützt die PetentInnen aus ihrem Wahlkreis. „Damit wird der Druck erhöht, denn es geht doch auch um die Gleichberechtigung für die Auszubildenden in ganz Thüringen. Ich kann nur alle ermutigen, die Petition zu unterschreiben, damit wir dem Anliegen über den Thüringer Landtag mehr Gehör verschaffen“, betonte die Abgeordnete, die in Greiz ein Wahlkreisbüro hat.

