#FridaysForFuture vor dem Thüringer Landtag

AfD spricht von „irgendwelchen hysterischen Jugendlichen“

Unter dem Motto #FridaysForFuture, initiiert von Greta Thunberg aus Schweden, demonstrieren seit Wochen in vielen deutschen Städten, so auch in Erfurt und Jena, Schülerinnen und Schüler. Die LINKE im Thüringer Landtag unterstützt ihr Anliegen. „Wir erleben die volle Wucht der Klimaveränderungen nicht mehr, aber unsere Kinder und Kindeskinder. Daher wird es Zeit, gemeinsam etwas zu unternehmen. Dazu gehören auch Schülerstreiks, um auf die Probleme aufmerksam zu machen. Solche und andere gemeinsame Aktionen - unterstützt von Eltern und Lehrern - sind ein wichtiges Signal, um die Energiewende zu beschleunigen“, sagte Steffen Harzer, Umweltpolitiker der Fraktion.

Als das Thema am 27. Februar im Thüringer Landtag auf der Tagesordnung stand, war die Debatte auch von einer Kundgebung einer Klimainitiative draußen vor dem Plenarsaal begleitet, bevor die TeilnehmerInnen natürlich mit großem Interesse die Reden der Abgeordneten im Plenarsaal von der Besuchertribüne aus verfolgten.

Und dies sicherlich mit einigem Entsetzen, denn die AfD-Abgeordnete Wiebke Muhsal verstieg sich darin, von „irgendwelchen hysterischen Minderjährigen“ und von „Klimafanatikern“ zu reden, die „den Protest eines autistischen Mädchens instrumentalisieren“ wollten.
Diese Diffamierungen wurden von anderen Abgeordneten entschieden zurückgewiesen. Und als am nächsten Tag das Gesetz zur Inklusion und Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen aufgerufen wurde, sagte Karola Stange, behindertenpolitische Sprecherin der Linksfraktion: „Es ist einfach skandalös, was Sie hier gesagt haben. In einer inklusiven Gesellschaft, die niemanden ausschließt, ist es egal, ob ein Mensch behindert ist oder nicht. (...) Ihr Bild von behinderten Menschen, Frau Muhsal, ist menschenfeindlich.“

Der Umweltpolitiker der Linksfraktion, Steffen Harzer, hatte in der Landtagsdebatte die Demonstration der Jugendlichen nochmals ausdrücklich begrüßt und „dass ihr damit auch deutlich macht, wie wichtig für euch Klimaschutz ist, dass es für euch die Zukunft ist, die wir in 50 Jahren voraussichtlich nicht mehr erleben, einfach aufgrund des Lebensalters, und dass es für euch deswegen auch wichtig ist zu sagen, tut endlich was für unsere Zukunft“.  Und man müsse auch einmal das verantwortliche Vorgehen der Kinder und Jugendlichen herausstellen, die sich bei ihren freitäglichen  Schulstreiks überlegten, wie sie im Wochenwechsel nicht immer den gleichen Unterricht versäumen.

Der LINKE-Abgeordnete fragte in diesem Zusammenhang: „Warum gibt es in Deutschland ein Streikrecht für Erwachsene, und warum gibt es nicht ein Streikrecht für Schüler? Wir haben ein Wahlrecht in Thüringen ab 16 Jahren, aber sagen, sie dürfen nicht streiken. Also bitte, ich glaube, hier haben wir Nachholbedarf. Hier sollten wir einfach auch akzeptieren, dass auch Kinder und Jugendliche eine Meinung haben.“