Wagler fordert Milchviehhaltung in Thüringen zu stabilisieren

PresseMarit Wagler

Thüringen steht an der traurigen Spitze beim Rückgang der Milchproduktion in den neuen Bundesländern. Das ist die zentrale Botschaft vom Thüringer Milchtag 2023, berichtet die agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE Dr. Marit Wagler von der aktuellen Tagung der Milchwirtschaft.

Die Rinderhaltung dominiert in der Thüringer Landwirtschaft mit einem Anteil von etwa 70 % am Gesamtviehbestand. Insgesamt werden etwa 310.000 Rinder im Freistaat gehalten, etwa ein Drittel davon sind Milchkühe. Die Milchproduktion gehört zu den ökonomisch wichtigsten Zweigen der Thüringer Landwirtschaft. Zum Stichtag der letzten aktuellen Erhebung im November 2022 waren nur noch 84.294 Milchkühe in Thüringen gemeldet. Das ist ein Rückgang von 8 % innerhalb von 2 Jahren. Das bedeutet, nur noch eine Milchkuh kommt auf rund 25 Thüringer.

„Das hat mit regionalen Kreisläufen nichts mehr zu tun. Der Rückgang muss endlich gebremst werden“, ordnet die Abgeordnete Wagler die Situation ein.

„Wir müssen in Thüringen die Förderung der nachhaltigen Tierhaltung verstärken. Das können wir natürlich nicht alleine. Ein Umdenken auf Bundesebene tut bitter Not. Das Ziel von Agrarpolitik kann nicht sein, dass Klimaziele mit dem ungebremsten Rückgang der Tierhaltung in Deutschland zu erkaufen und die entstehenden Lücken dann mit Importen aus anderen Ländern, mit niedrigeren Produktionsstandards, zu füllen. Zu mehr ‚Tierwohl‘ führt diese Strategie sicher nicht. Eine ökologischere Tierproduktion kann ich auch nicht erkennen, wenn Tierzahlen besonders in Thüringen und anderen Bundesländern sinken, während andere intensiv weiter produzieren. Mit flächengebundener Tierhaltung und geschlossenen Nährstoffkreisläufen hat das nichts zu tun“, schließt Dr. Marit Wagler.

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