Thüringer Theatertag - Zeichen setzen gegen schleichendes Theater- und Orchestersterben
"Gerade auch am morgigen Thüringer Theatertag muss ein deutliches Zeichen gegen jeden Versuch gesetzt werden, die Theater und Orchester in Thüringen in welcher Form auch immer in Frage zu stellen", betont die kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Dr. Birgit Klaubert.
"Gern schmücken sich Thüringer Regierungen mit ihren Theatern und Orchestern. Aber die Erfahrungen vergangener Jahre zeigen leider immer wieder, dass ein schrittweises und leises Sterben der Häuser zugelassen, ja sogar bewusst eingeleitet wurde", betont die Abgeordnete. Dabei seien die Thüringer Theater und Orchester nicht nur historisch gewachsene Quellen der Muse und auch weit mehr als Zugpferde für Tourismus und Wirtschaft, "sie tragen mit ihren festen Ensembles maßgeblich zur Identifikation der Bürger mit ihrer Heimat bei und strahlen weit in die Regionen aus".
"Die Wirksamkeit der Theater und Orchester vor Ort ist äußerst vielfältig: Ob für Schulen und Kindertagesstätten, ob von, mit und für Jugendliche und Senioren, ob in Kooperation mit Musikschulen und Theaterprojekten. Dieser unschätzbare Wert zeigt sich allerdings für viele erst dann, wenn es diese Angebote nicht mehr gibt", sagt Frau Dr. Klaubert und verweist auf die aus verschiedenen Richtungen immer lauter werdenden Stimmen, dass es angesichts der Sparzwänge keine Tabus geben dürfe.
Dem widersetzt sich die LINKE Kulturpolitikerin deutlich: "Die schleichende kulturelle Verödung muss gestoppt werden. Die Häuser müssen auch weiterhin in der Lage sein, mit hoher künstlerischer Qualität das umzusetzen, was Politik so gern als Aushängeschild vor sich her trägt." Dass dabei aber seit Jahren auf "Verschleiß" gefahren werde, müsse endlich ein Ende finden. Vielerorts müsse auf der Basis deutlicher, oftmals auch freiwillig in Kauf genommener, Gehalteinschränkungen gespielt werden. Die Häuser, die mit den jetzt vom Land ausgereichten Mitteln nicht mehr zu betreiben seien, "brauchen schnellstens Signale der Regierung, wie viel dem Land seine Theater und Orchester und damit die Bildung und Kultur in Zukunft wert sind", so Klaubert abschließend.
