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Karola Stange

Thüringer Inklusionsmonitor 2022 – Teilhabe von Menschen mit Behinderung auch in Krisenzeiten

„Der aktuelle Inklusionsmonitor zeigt, dass sich die Einstellungen in Thüringen gegenüber Menschen mit Behinderung seit der Erhebung des Monitors positiv entwickelt haben, aber für eine inklusive Gesellschaft ist noch immer viel zu tun“, sagt Karola Stange, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und behindertenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, nach der heutigen Vorstellung des Thüringer Inklusionsmonitors 2022.

Seit 2016 wird im Auftrag des Beauftragten für Menschen mit Behinderung in Thüringen, Joachim Leibiger, jährlich der Inklusionsmonitor erhoben. Er bildet die Sichtweise auf Menschen mit Behinderung in Thüringen ab.

„Menschen mit Behinderung werden mit Lebensfreude, Respekt und Vielfalt assoziiert, leider aber noch immer auch mit Mitleid und Hilfsbedürftigkeit. Dennoch zeigt sich, dass bestimmte Assoziationen, wie z.B. Mitleid, seit Erhebung des Inklusionsmonitors abgenommen haben, dafür solche, wie z.B. Respekt, zugenommen haben. Es lässt sich also feststellen, dass mit behinderten Menschen in zunehmenden Maße auf Augenhöhe umgegangen wird“, meint die Abgeordnete.

Für den Inklusionsmonitor 2022 wurden rund 1000 Menschen in Thüringen befragt. In diesem Jahr lag der thematische Schwerpunkt auf dem Problem multipler Krisen und ihren Auswirkungen auf Menschen mit Behinderung: „Inklusion trotz(t) Krisen“ ist der Titel des aktuellen Monitors.

Deutlich wird aber auch, dass ein Großteil der Befragten sowohl mit Behinderung als auch ohne Behinderung davon ausgeht, dass die aktuelle Inflation Menschen mit Behinderung nochmals stärker trifft. So habe jeder zweite Befragte diese Aussage bejaht, so Stange.

„Der Inklusionsmonitor macht deutlich, dass wir die Belange von Menschen mit Behinderung, gerade während Krisenzeiten auf keinen Fall aus dem Blick verlieren dürfen. Wenn auf Bundesebene über Entlastungsmaßnahmen diskutiert wird, dann müssen auch die Belange von Menschen mit Behinderung bedacht werden. Auf keinen Fall darf die aktuelle Krisensituation Ausgrenzung und Teilhabeverlust von Menschen mit Behinderung verstärken oder sie in finanzielle Notlage bringen“, schließt die Abgeordnete ab.