Statt längerem gemeinsamen Lernen gibt es nun eine Mini-Pilotphase
„Die heute von Minister Matschie vorgestellte Einführung der Gemeinschaftsschule in Thüringen ist noch nicht einmal der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt die Bildungspolitikerin der LINKEN, Michaele Sojka, nach der Pressekonferenz des Ministers zum Beginn des neuen Schuljahres.
Zum ersten Schulstart nach der Abwahl der CDU-Alleinregierung hatten sich Pädagogen und Eltern deutlich mehr erhofft. „Statt längerem gemeinsamen Lernen gibt es nun eine Mini-Pilotphase mit sechs Schulen, von denen drei – die Jenaplanschulen und die Lobdeburgschule – ohnehin schon eigene pädagogische Konzepte in der Art der Gemeinschaftsschule anbieten“, so die LINKE-Politikerin weiter. „Egal, ob man mit drei oder sechs Schulen rechnet, bei rund 1000 Thüringer Schulen betrifft die ‚neue Schulform’ Gemeinschaftsschule nur eine Promillezahl an Schülerinnen und Schülern.“
Von längerem gemeinsamem Lernen sei gar keine Rede mehr, stattdessen gehe es nur um konzeptionelle Veränderungen. „Lediglich zwei der beteiligten Regelschulen arbeiten mit Grundschulen zusammen und könnten demnach – aber auch erst in einigen Jahren – einen Übergang von ganzen Klassenstufen in die Gemeinschaftsschule anbieten“, betont Michaele Sojka.
„Thüringen braucht zeitnah einen Volksentscheid über ein wirklich neues Bildungssystem, mit dem für alle Kinder die unsoziale Trennung nach Klassenstufe 4 endlich beendet wird“, erneuert Sojka die Forderung der LINKEN nach einem direktdemokratischen Entscheid. „Minister Matschie sollte endlich mutig werden und das politische Ziel des längeren gemeinsamen Lernens umsetzen. Wenn der Koalitionspartner dazu nicht bereit ist, die Thüringer Bürgerinnen und Bürger sind es dem Umfragen zu Folge ganz bestimmt“, so die Bildungspolitikerin abschließend.
