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Problematische Situation an Grundschulhorten

„Die Landesregierung ignoriert seit Monaten beharrlich den immer wieder bestehenden Personalmangel an Horterzieherinnen an Grundschulen“, sagt Michaele Sojka, Sprecherin für Bildungspolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, und kündigt an, dieses Problem im Rahmen einer Aktuellen Stunde während der kommenden Landtagssitzung zu thematisieren.

Die Signale über einen Erzieherinnenmangel kamen vor allem aus Gera. Jetzt verweist ein <media 2263>Schreiben</media> vom 29.10.2010 der Elternvertreter der Grundschulen im gesamten Landkreis Altenburger Land an die Landtagsabgeordneten auf die Personalnot an den Grundschulhorten und deren fatale Konsequenzen für die Bildung und Betreuung der Grundschüler.

Anhand von 13 beispielhaft genannten Grundschulen werde „die katastrophale Personal- und Betreuungssituation an den Schulhorten im Altenburger Land verdeutlicht“, sagt Frau Sojka mit Verweis auf das Schreiben. Zitat aus dem Brief der Elternvertreter: „Unsere Horte haben mittlerweile die Qualität reiner Verwahranstalten!“

Auf Grund der sehr knapp bemessenen Personalzuweisungen für die Grundschulhorte sind die Schulen nicht in der Lage, krankheitsbedingte Personalausfälle auch nur annähernd zu kompensieren. So betreute am Hort der Grundschule Karolinum in Altenburg am 28.09.2010 um 13.30 Uhr nur eine einzige Horterzieherin 81 Grundschüler in drei Räumen. In der zweiten Herbstferienwoche betreute an der staatlichen Grundschule in Gößnitz eine Erzieherin 36 Kinder. Weitere Beispiele sind dem Brief der Elternvertretung zu entnehmen.

25 Horterzieherinnenstellen waren am Schulamt in Schmölln am 25.09.2010 unbesetzt. Geeignete Bewerberinnen auf diese Stellen konnten nicht gefunden werden, weil der Beruf der Horterzieherin in Thüringen äußerst unattraktiv für Frauen mit entsprechender Ausbildung zur Erzieherin ist. Die Landesregierung verantwortet, dass die Stellen nur als Teilzeitstellen besetzt und ausgeschrieben sind und neue Stellen nur mit der Vergütungsgruppe E6 entlohnt werden. „Damit ist die Erwerbsmöglichkeit einer Horterzieherin auf Betreiben des Bildungsministeriums völlig inakzeptabel und häufig auch unterhalb des Existenzminimums“, so Frau Sojka weiter. Die Linksfraktion erneuert ihre Forderung nach einer besseren Personalausstattung der Grundschulhorte: „Wir wollen Grundschulen als Lebens- und Lernräume gestalten. Momentan sind dies aber außerhalb des Unterrichts häufig Aufbewahranstalten. Das ist für uns nicht hinnehmbar“, so die Bildungsexpertin der LINKEN.

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