Kummer: Waldstilllegung braucht wissenschaftliche Begründung!
In der Debatte um die Art der Umsetzung des Waldstilllegungsziels der rot-rot-grünen Koalition fordert der Umweltpolitiker der LINKEN, Tilo Kummer, den Vorrang von wissenschaftlichen Argumenten. „Gerade bei Wäldern mit den höchsten Besucherzahlen und der besten touristischen Erschließung müssen Wildniskonzepte umfangreich auf ihre Tauglichkeit geprüft werden“, so Kummer. Bei einer Veranstaltung auf dem Possen bei Sondershausen hatte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger deutlich gemacht, dass Wildnis keine Verkehrssicherung kennt. Darin sieht Kummer einen Zielkonflikt.
Anlässlich des gestrigen Forstkolloquiums an der FH Erfurt stellt der Abgeordnete fest, dass für die in Thüringen besonders zu schützenden, seltenen Urwaldrelikt-Arten wie Totholzkäfer Schutzgebiete zwischen 40 und 100 ha Größe erforderlich sind. Von solchen Gebieten mit vielen alten und auch abgestorbenen Bäumen braucht es ein landesweites Netz, welches mit dem 5-Prozent-Stillegungsziel von Rot-Rot-Grün problemlos umgesetzt werden kann. Für die Notwendigkeit größerer zusammenhängender Flächen gab es keine Begründung.
In der Diskussion um den Umgang mit den nationalen Naturerbeflächen in Thüringen spricht sich der Abgeordnete für die vollständige Anerkennung der darin gelegenen Waldflächen auf die Stilllegungsziele aus: "Auch wenn dort noch Holz gemacht wird, um zum Beispiel Heideflächen oder wertvolle Orchideenbestände zu schützen, dient dieses Naturerbe jetzt schon dem Naturschutz. Dadurch, dass das Eigentum der Naturerbeflächen vor allem beim Bund, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Stiftung Naturschutz liegt, sind sie auch langfristig gesichert!"
