Hochschulbau bis 2030 voranbringen – Globale Minderausgabe der CDU bremst wichtige Investitionen
Der heute in den Landtag eingebrachte Antrag zur Hochschulbauplanung 2030 zeigt den Spagat auf, den das Land in Sachen Hochschulbaufinanzierung zu bewältigen hat. Christian Schaft, hochschulpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, erklärt die Herausforderungen, die damit einhergehen: „Der erfolgreichen Investition von mehr als 600 Millionen Euro in den letzten 10 Jahren steht ein Bedarf von 401 Millionen Euro für Sanierung und Neubau gegenüber. Die von der CDU-Fraktion eingebrachte globale Minderausgabe macht es dem Land und den Hochschulen nicht leichter, diese Bedarfe zu decken. Damit werden wichtige Investitionen unnötig verzögert.“
Umso mehr müsse der Hochschulbau im Rahmen der aktuellen Debatte über die Hochschulentwicklungsplanung stärker in den Blick genommen werden. „Ein ressourcenschonender und energieeffizienter Hochschulbau ist ein wichtiger Baustein zur Senkung des ökologischen Fußabdrucks. Moderne Lehr- und Lernformate stellen zudem neue Anforderungen an den Hochschulbau und Sanierungsvorhaben, die es künftig zu berücksichtigen gilt“, so der Hochschulpolitiker. In die Erarbeitung eines Hochschulbauplanes 2030 müssten zudem Studierende und Beschäftigte der Hochschulen einbezogen werden, um ihre Anforderungen an eine moderne, soziale und ökologische Hochschule zu berücksichtigen.
Die zunehmende Fokussierung auf eine wettbewerbsfinanzierte Forschungsförderung und die damit zunehmende Höhe der Drittmitteleinwerbung stellt auch den Hochschulbau vor ein Problem. „Einerseits müssen Hochschulen Infrastruktur bereitstellen, um erfolgreich zu sein. Zeitgleich liegen die sogenannten Overhead-Pauschalen bei etwas über 20 Prozent. Dabei wären laut einer Analyse des Bundesforschungsministeriums 41 Prozent notwendig, um die zusätzlichen Kosten abzudecken. Aus diesen Gründen adressieren wir diesen Antrag auch an den Bund, wieder stärker mit den Ländern beim Hochschulbau zu kooperieren, damit im Rahmen eines Hochschulsozialpaktes die Länder den notwendigen Ausbau der sozialen Infrastruktur wie bei Mensen und Wohnheimen wahrnehmen können.“
Mehr Informationen zum Positionspapier des Wissenschaftsrats gibt es unter: https://www.wissenschaftsrat.de/download/2022/9470-22.pdf

