Gesetz zur Tierhaltungskennzeichnung gefährdet Thüringer Tierproduzenten

Marit Wagler
Landwirtschaft-ForstenPresseMarit Wagler

Nach Auffassung von Dr. Marit Wagler, landwirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, weist der Gesetzentwurf der Bundesregierung für ein Gesetz zur Tierhaltungskennzeichnung erhebliche Lücken auf und gefährdet regionale Produzenten durch Billigkonkurrenz aus EU- und Nicht-EU-Ländern.

„Seit vielen Jahren beschäftigt uns in Thüringen der Umbau der Tierhaltung. Jedes Jahr geben erneut viele tierhaltende Betriebe in Thüringen auf, da die Aufwände für die von der Gesellschaft gewünschten Tierhaltungsstandards von immer weniger Produzenten auch erwirtschaftet werden können. Das Gesetz zur Tierhaltungskennzeichnung sollte mehr Klarheit für die Verbraucher bringen. Wenn aber nicht alle Produktionsstufen und Nutztierarten einbezogen sind und Produzenten aus anderen Ländern sich nur freiwillig einer Kennzeichnung unterziehen sollen, nutzt es den Thüringer Erzeugern nicht. Verbraucher würden dann wahrscheinlich zu den günstigeren Produkten der Konkurrenz aus EU - und nicht EU-Staaten greifen.“

„Allein in diesem Monat sind die Nahrungsmittelpreise wieder um 15 % gestiegen. Viele Verbraucher werden daher vorrangig auf den Preis schauen und somit eher zur Konkurrenz aus EU - und nicht EU-Staaten greifen, einfach weil sie es müssen. Eine Kennzeichnungspflicht wird nur dann bedingte Änderungen des Konsumverhaltens bewirken, wenn sie vollumfänglich und für alle Produzenten gilt. Außerdem müssen geforderte Haltungsformen wie Freilufthaltung auch gesetzlich ermöglicht und vereinfacht werden“, fasst Wagler die unaufgelösten Widersprüche des Gesetzentwurfs der Bundesregierung zusammen.

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