Für eine gute Pflege – mehr Wertschätzung, mehr betriebliche Mitbestimmung
Zur heute veröffentlichten „Potenzialanalyse zur Berufsrückkehr und Arbeitszeitaufstockung von Pflegekräften“ der Arbeitnehmerkammer Bremen in Zusammenarbeit mit der Arbeitskammer Saarland und dem Institut für Arbeit und Technik Gelsenkirchen erklärt Ralf Plötner, Sprecher für Gesundheitspolitik und Pflege der Linksfraktion im Thüringer Landtag:
„In Anbetracht dessen, dass in wenigen Tagen der internationale Tag der Pflege ist, kommt diese Studie genau richtig. Es wird deutlich gemacht, dass wir ein großes Potenzial an ehemaligen Fachkräften aus dem Gesundheitsbereich haben, welche mit Begeisterung ihre Ausbildung begannen, aber durch die harten Arbeitsbedingungen kurz darauf ihrem Beruf den Rücken kehrten.“
Laut Potenzialanalyse verlassen knapp 25 Prozent der Pflegekräfte innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Ausbildung ihren Beruf. Die Ursachen sind vor allem der hohe Zeitdruck und zu wenig Personal, eine schlechte Arbeitsorganisation und ein Zurückbleiben hinter den eigenen fachlichen Ansprüchen. In den kommenden zehn Jahren werden bundesweit 500 000 Pflegefachkräfte das Rentenalter erreichen. Alleine in der Altenpflege werden bis zum Jahr 2030 mehr als 180 000 Pflegekräfte in der Langzeitpflege gebraucht. Im Krankenhaussektor besteht der Bedarf von 100 000 Fachkräften.
Weitere Gründe für das Aussteigen aus dem Pflegeberuf sind unzuverlässige Arbeitszeiten sowie fehlende Möglichkeiten psychisch belastende Erfahrungen während der Arbeitszeit, mit entsprechenden Angeboten im Nachhinein aufarbeiten zu können. „Mehr Wertschätzung durch bessere Aufstiegsmöglichkeiten, mehr betriebliche Mitbestimmung, Tarifbindung und mehr Zeit für eine gute Pflege durch mehr Personal ist die Zauberformel, um den Negativtrend in der Kranken- und Altenpflege zu stoppen“, so Plötner abschließend.

