EU-Schulobstprogramm durch Landesregierung monatelang verzögert
"Öffentlichkeitswirksam werden die SPD-Minister Taubert und Matschie den Start des Schulobstprogramms in Thüringen zelebrieren, obwohl sie dessen rasche Umsetzung monatelang verzögert haben", kritisiert Michaele Sojka, Bildungspolitikerin der LINKEN, die bislang unzureichende Umsetzung des EU-Schulobstprogramms in Thüringen.
Seit dem Antrag der Fraktion DIE LINKE im September 2009 beschäftigen sich Beamte im Bildungs- und Sozialministerium mit der Versorgung von Kindern an Grund- und Förderschulen mit Schulobst unter Nutzung des seit langem bestehenden EU-Schulobstprogramms. Während in anderen Bundesländern schon längst Schüler mit zusätzlichem Obst an den Schulen versorgt werden, ist man in Thüringen bislang nicht über ein Modellstadium in einer einzigen Stadt hinausgekommen. Nach monatelanger Verzögerung konfrontieren Bildungs- und Sozialminister nun die Schulträger mit einem bürokratischen Monster ohne Gleichen, welches kurzfristig bis zum 15. Oktober, also innerhalb der nächsten Woche, im Zuge der Antragstellung eingereicht werden muss. Neben umfangreichen Antragsunterlagen haben die Schulträger detaillierte Konzepte zur Umsetzung des Schulobstprogramms an den jeweiligen Schulen einzureichen.
Die Bildungspolitikerin der LINKEN spricht von einer "skandalösen Verzögerungstaktik", in deren Folge die Schüler die eigentlich Leidtragenden sind. Während in anderen Bundesländern bereits jedes siebte Kind an Schulen zusätzliches Obst erhält, hat Thüringen diese Entwicklung trotz parlamentarischer Initiativen der Linksfraktion geradezu verschlafen. "Die Jubelorgie der Minister Matschie und Taubert wird zusätzlich durch die Tatsache getrübt, dass mit dem zur Verfügung stehenden Geld nur 20 Prozent der Grund- und Förderschüler mit zusätzlichem Schulobst versorgt werden können. Dies allerdings verschweigen die SPD-Minister bewusst", sagt Frau Sojka abschließend.
