Eine gute Baumartenmischung notwendig

Mit der heutigen Vorstellung des Thüringer Waldzustandsberichts durch Ministerin Birgit Keller wurde vor allem der besorgniserregende Zustand der Buche deutlich. „Die Baumart, die in Thüringen in der Vergangenheit optimale Bedingungen fand und deshalb aufgrund ihrer Konkurrenzfähigkeit die Urwälder hier prägte, leidet offenbar enorm unter den gegenwärtigen Umwelteinflüssen", erklärt Tilo Kummer, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag.

Der Abgeordnete hebt in diesem Zusammenhang vor allem die massive Zunahme der Bucheckernbildung hervor. Während in normalen Jahren deutlich unter zehn Prozent  der Buchen Früchte ansetzten, seien es in diesem Jahr mehr als 70 Prozent.  „In früheren Jahren gab es die sogenannten Mastjahre für das Wild etwa alle sieben Jahre. Innerhalb der letzten zwölf Jahre waren es dagegen schon sechs Mastjahre, wobei ein so starker Fruchtbehang wie in diesem Jahr noch nie seit Beginn der Waldzustandserhebung nachgewiesen wurde. Diese starke Bucheckernbildung geht zusätzlich zulasten der Gesundheit der sowieso schon angeschlagenen Bäume", stellt Kummer fest.

„Offensichtlich vertragen die Buchen die in den letzten Jahren häufig auftretende massive Trockenheit im Frühling nicht. Bäume neigen zu so starker Fruchtbildung vor allem dann, wenn sie in ihrer Existenz bedroht sind.“ Der Abgeordnete sieht darin ein alarmierendes Zeichen, auch vor dem Hintergrund, dass man die Buche bisher als relativ resistent gegen Trockenheit betrachtet habe. Deshalb müssten die weitere Entwicklung genau untersucht und gegebenenfalls neue Schwerpunktsetzungen bei Waldumbau und Waldnaturschutz abgeleitet werden. Dort werde die Buche gegenwärtig massiv präferiert. „Nach dem bereits aufgetretenen krankheitsbedingten massiven Absterben von Ulmen und Eschen kann wohl nur eine gute Baumartenmischung Sicherheit für den Wald der Zukunft bedeuten“, so Kummer abschließend.

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