Ausgestaltung des 49-Euro-Tickets ist doppelte Diskriminierung für armutsbetroffene Menschen

Karola Stange

Nach einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschlands könnten Menschen mit negativer Schufa-Auskunft Probleme bekommen, ein 49-Euro-Ticket zu erhalten. Dazu äußert sich Karola Stange, Sprecherin für Soziales der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, wie folgt: „Die gegenwärtige Ausgestaltung des 49-Euro-Ticket zeigt einmal mehr, dass Menschen in prekären Situationen doppelt diskriminiert werden: Erstens, weil sie nicht die nötigen Ressourcen besitzen, um eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sicherzustellen und zweitens, weil sie aufgrund der Armut durch Zahlungsdienstleister wie die Schufa noch weiter in ihrer Mobilität eingeschränkt werden.“

Medienberichten zufolge wird je nach Zahlungsart und Anbieter vor dem Kauf des 49-Euro-Tickets ein Schufa-Check vorgenommen. Eine geringe Bonität könnte dazu führen, dass der Kauf des Tickets nicht möglich ist. Die Deutsche Bahn und deren Zahlungsdienstleister Logpay haben bereits angekündigt, beim Kauf des Tickets eine Bonitätsprüfung vorzunehmen, führt die Abgeordnete weiter aus.

„Es ist unzumutbar, dass gerade die Menschen, die das 49-Euro-Ticket am dringendsten benötigen, am Erwerb gehindert werden. Laut dem neuesten Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes sind 14,1 Millionen Menschen in Deutschland von Armut betroffen. Hier zeigt sich einmal mehr, dass die Bundesregierung nur halbherzige Lösungen entwickelt, die auf Kosten der Armen dieser Gesellschaft gehen“, so Stange abschließend.

 

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