Arme Madonna, armer Bruno!
Zur Antwort von Staatssekretär Merten heute im Landtag auf ihre Mündliche Anfrage zur Veräußerung von Kunstgegenständen im Wert von einer Million Euro, erklärt Dr. Birgit Klaubert, kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion:
"Obwohl im Haushalt keine Einnahmen aus dem Verkauf von Kunstgegenständen eingeplant waren, hat das Land im ersten Halbjahr 2010 eine Million Euro in diesem Bereich eingenommen. Nun haben wir von Staatssekretär Merten gehört, dass es sich dabei um die erste Teilzahlung für das Bild ‚Madonna mit dem heiligen Bruno' von Jusepe de Ribera handelt.
Auch wenn man nicht viel von dieser Landesregierung erwarten kann, wäre doch eine Antwort auf die Frage, wie viele Teileinnahmen noch folgen, äußerst wünschenswert gewesen. Aber der Staatssekretär weiß einfach nicht, wie hoch der Gewinn aus der Veräußerung insgesamt ist. Vielleicht ist es auch nicht so wichtig, ob noch eine, zwei oder fünf weitere Millionen in den Haushalt kommen. Arme Madonna, armer Bruno - einfach verscherbelt, um im Thüringer Landeshaushalt als unbetitelte Einnahme verbucht zu werden.
Nach ersten (unbestätigten) Recherchen scheint es sich dabei um ein Bild aus dem 17. Jahrhundert zu handeln, das im Bestand der Klassikstiftung Weimar gewesen war. Dann allerdings hätte die Landesregierung etwas verkauft, was ihr gar nicht gehört. Somit bleiben viel mehr Fragen offen, als heute beantwortet wurden."
