Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen
Der LINKE Newsletter - Jetzt eintragen!

Wissen was läuft. Der LINKE NEWSLETTER

von Susanne Hennig-Wellsow

 

Du möchtest immer informiert bleiben, was bei mir und in der Linksfraktion gerade los ist und dazu exklusive Inhalte direkt ins Postfach bekommen? Wir halten dich auf dem Laufenden! Du erhältst einmal wöchentlich meinen persönlichen Newsletter inklusive Links zu Hintergründen und Medien. Natürlich ist der Newsletter für dich völlig kostenfrei.

 

Bis ganz bald,

Deine Susanne Hennig-Wellsow

Newsletter Archiv


#6 - 30 Jahre

Liebe*r Leser*in, vor genau 30 Jahren saß in Berlin der Parteivorstand der PDS zusammen. Ich war damals erst 12 Jahre alt, aber dieses historische Datum hat auch heute noch eine Bedeutung. Es waren Zeiten der Wende, der Aufarbeitung, der Erneuerung. Gregor Gysi, der damals seit ein paar Wochen neuer Parteivorsitzender war, blickte auf jener Klausur vor 30 Jahren sehr kritisch zurück. Die SED, so gab ihn damals das ND wieder, habe »Sozialismus verhindert und nicht ermöglicht«. In diesem Scheitern lag zugleich ein Auftrag für die Zukunft: Die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten, sich ihr zu stellen, Lehren daraus zu ziehen. Das bleibt auch heute für uns Linke wichtig.

Liebe*r Leser*in,

vor genau 30 Jahren saß in Berlin der Parteivorstand der PDS zusammen. Ich war damals erst 12 Jahre alt, aber dieses historische Datum hat auch heute noch eine Bedeutung. Es waren Zeiten der Wende, der Aufarbeitung, der Erneuerung. Gregor Gysi, der damals seit ein paar Wochen neuer Parteivorsitzender war, blickte auf jener Klausur vor 30 Jahren sehr kritisch zurück. Die SED, so gab ihn damals das ND wieder, habe »Sozialismus verhindert und nicht ermöglicht«. In diesem Scheitern lag zugleich ein Auftrag für die Zukunft: Die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten, sich ihr zu stellen, Lehren daraus zu ziehen. Das bleibt auch heute für uns Linke wichtig.

Ein paar Monate später in jenem historisch so bewegendem Jahr 1990 gründete sich dann übrigens auch der Thüringer Landesverband der PDS. Ende Juni, Anfang Juli schlossen sich die bisherigen Bezirksverbände Erfurt, Suhl und Gera sowie der Kreisverbände Altenburg, Schmölln und Artern zusammen. Mitte Oktober 1990 folgte dann die erste Landtagswahl nach der Wende, die Linke Liste-PDS erreichte 9,7 Prozent der Stimmen und zog als drittstärkste Fraktion in den Landtag ein. Der wurde seinerzeit noch im Deutschen Nationaltheater in Weimar eröffnet.

Seither ist viel passiert. Unsere Wahlergebnisse wurden von Mal zu Mal besser. In den Auseinandersetzungen um die sozialen und ökonomischen Folgen der Treuhand waren wir immer eine engagierte und vernehmbare Stimme. Unsere Verankerung in den Kommunen wurde stärker. Den vielen sozialen Bewegungen, den Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft wurden wir ein wichtiger und verlässlicher Partner. Lange Zeit haben wir als einzige Oppositionskraft linken Themen und Forderungen im Landtag Gehör verschafft. Und Thüringen »strahlte aus«: Mit der »Erfurter Erklärung« stieß die progressive Zivilgesellschaft das Tor zu neuen Kooperationsmöglichkeiten auf. Unsere Landes-Politiker*innen wirkten an der Bundesspitze der Partei, im Europaparlament und im Bundestag. Und nicht zuletzt: Wir sind das erste Bundesland, in dem ein linker Ministerpräsident amtiert. Nun gehen wir mit der ersten linken Minderheitsregierung abermals auf neuer Route voran.

Wir haben in Thüringen einen besonderen Weg beschritten, einen Weg, auf dem Schwierigkeiten überwunden, neue Situation gemeistert und Erfolge erreicht werden konnten. Heute ist die LINKE in Thüringen mit über 30 Prozent stärkste Kraft und regiert seit über fünf Jahren in einer rot-rot-grünen Koalition. Wir haben 2020 also etwas zu feiern. Die Corona-Pandemie zwingt uns zwar, darauf in den Herbst auszuweichen - aber ich freue mich schon jetzt sehr darauf. Auf ein Wiedersehen mit alten und neuen Weggefährt*innen, auf Rückblicke und neue Ideen für die Zukunft.

Apropos Gregor Gysi: Zu den Gründen, warum ich in die PDS eingetreten bin, gehört ganz besonders auch er. 1990 habe ich ihn zusammen mit meinen Eltern auf seiner ersten Tour in Erfurt erlebt. Die Thüringenhalle war brechend voll.

 

Deine Susanne