18. Dezember 2017

IDZ-Umfrage unterstützt Enquetekommission Rassismus

Als „wichtigen Baustein für unsere Arbeit“ bezeichnet Sabine Berninger, Obfrau der Fraktion DIE LINKE in der Enquetekommission Rassismus, die durch das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft durchgeführte Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen und deren Auswirkungen für Betroffene und Gesellschaft in Thüringen.

„Die Betroffenenperspektive einzubeziehen, dazu hat sich auch die Kommission entschieden. In der morgigen Kommissionssitzung werden dazu die ersten VertreterInnen (u.a. der Jüdischen Landesgemeinde, der evangelischen Kirche und des Kompetenzzentrums Rechtsextremismus der Friedrich-Schiller-Universität Jena) angehört. Die vom IDZ aus seiner Umfrage gezogenen Schlussfolgerungen sind wichtig für die Kommission. Insbesondere die Auswirkungen mehrdimensionaler (auch struktureller) Diskriminierungen, das IDZ spricht von miteinander verwobenen Diskriminierungsbereichen, die ‚sich wechselseitig verstärken, abschwächen oder auch verändern können’, und das verringerte Vertrauen in politische Institutionen sowie das verringerte Sicherheitsgefühl in Thüringen sind Effekte, die abzubauen im Interesse des Freistaates liegen müssen“, so die Abgeordnete.

Von den 167 Teilnehmenden wurden Vermeidungsstrategien und Auswirkungen auch gesundheitlicher Art berichtet. Nur sehr wenige Betroffene holten sich Beratung oder beschwerten sich bei offiziellen Stellen oder der Polizei. Daher äußert Sabine Berninger: „Es braucht niedrigschwellige Zugänge zu Beschwerdemöglichkeiten oder Beratungsstellen, das zeigt die Auswertung der Umfrage – nicht allein, um Rassismus und Diskriminierung sichtbar zu machen, sondern um den Auswirkungen für die Betroffenen und die Gesellschaft entgegenzuwirken und die gesamtgesellschaftlichen Kosten zu senken, von denen das IDZ spricht, wenn es Antidiskriminierung als ‚Schutz für die Demokratie und ihre Prinzipien an sich’ bezeichnet.“