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29. November 2010

Noch immer zu wenig gemeinsamer Unterricht von Schülern mit und ohne Förderbedarf

„Während in den Kindertagesstätten in Thüringen die gemeinsame Bildung und Betreuung von Kindern mit und ohne Förderbedarf mittlerweile zur Normalität gehört, zählen die Thüringer Schulen auch weiterhin zu den am häufigsten aussortierenden und ausgrenzenden Bildungseinrichtungen“, betont Michaele Sojka, Sprecherin für Bildungspolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, mit Blick auf die aktuelle Ländervergleichsstudie der Bertelsmann-Stiftung zur inklusiven Bildung.

„Nach wie vor gehört die Ausgrenzung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf zur traurigen Normalität des Thüringer Schulsystems. Schon allein die Tatsache, dass den Schülern in Thüringen wesentlich häufiger als anderen Schülern in Deutschland ein sonderpädagogischer Förderbedarf attestiert wird, ist besorgniserregend. Dass diese Schüler aber nach wie vor mit ihrem Schuleintritt aussortiert und überproportional häufig an Förderschulen gesondert beschult werden, ist traurige Realität und daran hat sich leider auch in den letzten Jahren nichts geändert“, sagt Frau Sojka.

Dabei liegt der Vorwurf nicht bei den Förderschulen und den dort sehr engagiert und mit hoher Fachkompetenz arbeitenden Pädagogen und sonderpädagogischen Fachkräften, betont die Bildungsexpertin der LINKEN. Noch immer seien an den allgemeinen Schulen in Thüringen nicht die Voraussetzungen für den gemeinsamen Unterricht von Schülern mit und ohne Förderbedarf geschaffen worden. Dabei fehle es nicht nur an den materiellen und räumlichen Bedingungen an den Grund- und Regelschulen sowie Gymnasien. Ohne das entsprechende Personal an den Schulen könne der gemeinsame Unterricht nicht erfolgreich geleistet und umgesetzt werden. Sonderpädagogen, sonderpädagogische Fachkräfte und Sozialpädagogen als fester Teil des Stammpersonals einer Schule gehörten ebenso dazu wie eine ausreichende schulpsychologische Betreuung an jeder Schule. „Leider sind diese wichtigen Voraussetzungen für eine wirkliche Inklusion an den Schulen bis heute unter einem SPD-Bildungsminister und einem Professor für Sozialpädagogik als seinen Bildungsstaatssekretär nicht geschaffen worden. Auch mit dem CDU-SPD-Landeshaushalt für das nächste Jahr wird sich daran nichts ändern, so Frau Sojka abschließend.