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22. März 2011

Netzumbau überfällig und Vorraussetzung für Wende in der Energiepolitik

Mit Blick auf den unumkehrbaren Ausstieg aus der Atomenergie und den konsequenten Umstieg hin zu 100 Prozent Erneuerbaren Energien, betont Bodo Ramelow die Notwendigkeit des Stromnetzumbaus. „Der Netzumbau ist überfällig und überhaupt die Vorraussetzung für eine Wende in der Energiepolitik“, sagt der Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Thüringer Landtag.

„Es geht um die systematische Modernisierung des vorhandenen Thüringer Stromnetzes, es geht um den Vorrang der regenerativen, dezentral und regional erzeugten Energie“, unterstreicht der Landespolitiker die Agenda für Thüringen.

Wenn wieder der Bau neuer Starkstromleitungen diskutiert werde, sei dies die „alte, überholte Philosophie“. Statt „gigantische Strommengen aus konventionellen Kraftwerken einzuspeisen“ gehe es jetzt aber um eine zukunftsgerichtete Anpassung des Stromnetzes  an die vor uns stehende Energiewende, sagt Ramelow und verweist auf ein aktuelles Hintergrundpapier der Agentur für Erneuerbare Energien, das zeigt, wie durch dezentrale Energieerzeugung sowie durch Netzoptimierung und -verstärkung die Kapazität der bestehenden Netze erhöht und der Neubaubedarf reduziert werden kann.

Die Thüringer Debatte um die 380-kV-Leitung bezeichnet der LINKE Fraktionschef als eine „Ablenkungsdebatte von eigentlich notwendigen Entscheidungen“, denn es gehe um mehr als einige Kilometer Trassenplanung in einem hochsensiblen Gebiet. Ramelow betont: „Alternativen am Rennsteig wären sofort machbar“, dazu müsse der Antrag stellende Bauherr endlich für Alternativen offen sein. Hierzu erklärt auch Petra Enders, Landtagsabgeordnete der Linkspartei und Bürgermeisterin von Großbreitenbach, Gesprächsbereitschaft, denn „von Anfang an ging es uns immer auch um moderne Übertragungstechnologien, um Hochtemperaturseile und Freileitungsmonitoring auf bestehenden Höchstspannungsleitungen, um Netzumbau statt Netzneubau“.  Die Bürgerinitiativen haben sich „stets gegen den Atomstrom ausgesprochen und für erneuerbare Energien, für Energieeffizienz und Energiesparen eingesetzt“, so Enders abschließend. Im Übrigen verfüge die Bundesrepublik mit circa 37.000 km Höchstspannungsnetz und 1,8 Mio. Kilometer Verteilernetz über eines der engmaschigsten Stromnetze der Welt.