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5. August 2011

Die LINKE und der Papstbesuch

Bodo Ramelow wendet sich gegen den heute in den Ausgaben der TA und der OTZ absichtsvoll geschürten Verdacht, dass die LINKE gegen den Papstbesuch sei, und zeigt sich verwundert darüber, wie mit dem Verweis auf den Demo-Anmelder und vor allem mit der sonst unüblichen Nennung seines Arbeitgebers offenbar gezielt Politik gegen die LINKE gemacht werden soll.

Bodo Ramelow, der sich zusammen mit Katharina König bereits im Rahmen der Plenardebatte zum Papstbesuch klar positioniert hatte, wird übrigens als Thüringer Fraktionsvorsitzender bei der Rede von Papst Benedikt im Bundestag anwesend sein. Er betont, „Unklarheiten, wie sich die Fraktion dazu positioniert, hat es nicht gegeben und wird es nicht geben“. Im Übrigen sei es legitimes Recht, dass Menschen andere Meinungen vertreten – angesichts der Sexualmoral, die der Vatikan vertritt, angesichts des Umgangs mit Homosexuellen, mit der Gleichberechtigung von Frauen in der Katholischen Kirche, angesichts der Haltung zu verschiedenen Lebensentwürfen, aber auch angesichts der Frage, ob die Katholische Kirche Teil der Gesellschaft ist oder außerhalb von Rechtsnormen steht.

Es gebe genügend kritische Fragen, die von Bürgern gestellt werden, „daher wäre ein Dialog nicht nur mit den Kritikern von außen, sondern auch mit der kritischen Basis der gläubigen Katholiken hilfreich“. Ramelow unterstreicht, dass es für die LINKE keinerlei Veranlassung gebe, sich vom Demonstrationsanmelder Steffen Dittes zu distanzieren, der von seinem Bürgerrecht Gebrauch mache. „Aber es gibt bei uns Verwunderung darüber, warum in den Zeitungen ausgerechnet der Arbeitgeber des Anmelders genannt wird“ und es stelle sich angesichts dieser ansonsten unüblichen Praxis die Frage, warum es an dieser Stelle anscheinend wichtig ist, den Anmelder mit dem „Brötchengeber“ in einen Zusammenhang zu stellen.

„Die Fraktion DIE LINKE freut sich mit den katholischen Christen, dass sie sich über die Anwesenheit von Benedikt freuen, und wir freuen uns mit den evangelischen Christen, die sich freuen würden, wenn es im Augustinerkloster einen mutigen Schritt zur Ökumene geben würde“, erklärt Ramelow, der auf ein befreiendes Wort zum gemeinsamen Abendmahl der Christen hofft. „Das wäre durchaus etwas Sensationelles, das Erfurt und Thüringen dauerhaft mit Glanz versehen würde.“

Zugleich sieht der LINKE Politiker auch, dass nicht jeder Bürger erfreut ist über die Einschränkungen, die mit dem Staatsbesuch im Zusammenhang stehen, und vor allem in Erfurt an diesem Tag zu Diskussionen führen.