Pressesprecherin

Diana Glöckner

Tel.: 0361 - 377 2293

Fax: 0361 - 3772321

Mobil: 0151 - 124 19414

gloeckner@die-linke-thl.de

 
8. August 2017

Kritik an Zunahme der Leiharbeit

„Leiharbeit, die im offiziellen Sprachgebrauch als Zeitarbeit bezeichnet wird, ist für DIE LINKE keine dauerhafte Option“, unterstreicht Ina Leukefeld, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag. Die Abgeordnete fordert erneut von der Bundesregierung wirksame Regelungen gegen Leiharbeit.

Aus den Antworten einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung geht hervor, dass in Thüringen Zeitarbeit stark zugenommen hat. Diese Entwicklung hat auch eine Kleine Anfrage Linksfraktion im Bundestag bestätigt. Der Anteil von Leiharbeitskräften ist den Angaben zufolge in Bremen und Thüringen besonders hoch. Während der Anteil bundesweit bei 2,7 Prozent liegt, wird er in Thüringen mit 3,9 Prozent ausgewiesen.

„Laut Antwort der Landesregierung auf meine Anfrage sind im Juni 2016 sogar 4,1 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Bereich Arbeitnehmerüberlassung beschäftigt gewesen. Interessant ist auch die stabile Entwicklung der Leiharbeitsbranche in Thüringen: In den letzten fünf Jahren sind zwischen 460 und 487 Verleihbetriebe etabliert, das sind etwa 5 Prozent aller Thüringer Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten“, so Leukefeld.
Nach Thüringen pendelten nach Kenntnis der Landesregierung im Jahr 2016 7.577 LeiharbeitnehmerInnen ein und 5.671 aus. Das waren 11,3 Prozent aller EinpendlerInnen und 4,5 Prozent aller AuspendlerInnen.
Ein hoher Anteil von ALG I-BezieherInnen (17, 8 Prozent) und Hartz-IV-Betroffenen (28,4 Prozent) wurde in Leiharbeit vermittelt.

„Leiharbeit ist eine höchst bedenkliche Form prekärer Beschäftigung, geprägt durch kurze, sich aneinander reihende Arbeitsverhältnisse mit niedrigen Löhnen. Der Durchschnittslohn in der Leiharbeit liegt bei gerade einmal 58 Prozent des allgemeinen Durchschnittslohns. In Zahlen heißt das, 1.816 Euro gegenüber 3.133 Euro pro Monat bei Vollzeittätigkeit, so die Aussagen bundesweit. Wir werden uns an der Seite der Gewerkschaften dafür einsetzen, dass Leiharbeit begrenzt wird. Wer gute Fachkräfte haben will, muss dafür attraktive Arbeitsbedingungen schaffen, die eine Perspektive bieten, und faire Löhne zahlen, das zeigt die Praxis“, so die Linkspolitikerin abschließend.

Hintergrund:
Leiharbeit hat nach Zahlen der Bundesregierung im vergangenen Jahr weiter zugenommen. Im Dezember 2016 gab es mit 993 000 fast eine Million Leiharbeitskräfte, 4,4 Prozent mehr als 2015. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der LINKEN hervor. Seit 2003 habe sich die Zahl sogar verdreifacht.