Weitere Risiken durch Versenkung von Kali-Lauge

Das Interesse der Journalisten an der Pressekonferenz zur Problematik Erdfall Tiefenort und mögliche Zusammenhänge mit der Versenkung von Kaliabwässern, zu der Katja Wolf und Tilo Kummer am Freitag in den Landtag nach Erfurt eingeladen hatten, war sehr groß. Die beiden Abgeordneten der Linksfraktion – sie beschäftigen sich schon seit Jahren mit diesen Themen – berichteten über ihre erst kurz zuvor in Tiefenort geführten Gespräche mit den Bürgern vom Erdfallhilfeverein und dem Bürgermeister. Die Enttäuschung im Dorf sei groß, dass sie über die ersten Ergebnisse der nun endlich abgeschlossenen Tiefenbohrung noch nicht informiert wurden, sagte Katja Wolf, Umweltpolitikerin der Fraktion, und kritisierte, dass der Schwarze Peter zwischen Land, Landkreis und dem Unternehmen Kali+Salz hin und her geschoben wird. Daher sei es angebracht und notwendig, dass sich auch der Umweltausschuss des Landtags direkt in Tiefenort ein Bild von der Situation macht.
Vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse zu den Wirkungen von Kalilauge im Kalk- und Gipsgestein mit der Folge von langfristig wirkenden Veränderungen in der Zusammensetzung des Untergrunds, forderte Tilo Kummer die Thüringer Landesregierung auf, zu prüfen, „ob der Freistaat nicht doch gegen die Versenkerlaubnis klagen kann“. Weitere Risiken für die Bevölkerung dürften nicht in Kauf genommen werden. Trotz massiven Widerstands hatte vor wenigen Wochen das Regierungspräsidium Kassel dem Unternehmen K+S erneut eine Versenkerlaubnis für die bei der Kaliproduktion entstehenden Laugen erteilt – für 18 Millionen Kubikmeter Kalilauge in den nächsten fünf Jahren.
