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12. August 201109:06

Großes Kompliment für LINKES Energiekonzept

Der Donnerstag, unser vierter Energietour-Tag, führte unsere Delegation der Fraktion DIE LINKE an das Berufsbildungszentrum (BTZ) im südthüringischen Rohr bei Meiningen. Gemeinsam mit den Abgeordneten des deutschen Bundestages Jens Petermann und Ralph Lenkert wurde uns eindrucksvoll vor Augen geführt, dass man hier schon frühzeitig bei der Berufsbildung auf das Thema erneuerbare Energien setzt.
Nach der Führung durch den eindrucksvollen Komplex, der die Reste einer mittelalterlichen Klosteranlage einbezogen hat, erfolgte eine lebhafte Diskussion. Uns begegnete dort erneut das gleiche schon anderen Tagen formulierte Thema: mangelhafte und unkoordinierte Energieberatung. Das bedeutet zumeist, der Einsatz erneuerbarer Energien wird durch fehlende ergänzende Maßnahmen in der Effektivität beeinträchtigt, ja mitunter aufgehoben. Erfreulich allerdings: das BTZ bemüht sich, schon bei der Ausbildung von Handwerkern diese zu komplexem Denken zu animieren. Eben dass die energetische Sanierung eines Gebäudes des Zusammenwirkens verschiedener Gewerke bedarf und ein Handwerker für den anderen mitdenken muss. Die Abschlusspodiumsdiskussion, wo es auch um den allgemeinen Fachkräftebedarf ging, machte noch mal das Arbeitskräftepotential im Energiebereich deutlich.

Der zweite Anlaufpunkt des Tages waren die Stadtwerke Meiningen. Der Geschäftsführer, Herr Troeger, berichtete und zeigte, wie schon seit langer Zeit die Stadtwerke einen ganz anderen Weg als das Land gegangen sind und aktiv auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien tätig sind. Im Grunde kann Meiningen als Vorbild für gesamt Thüringen gelten. Hier wird auf hochmoderne Art alles aus einer Hand geboten. Die Stadtwerke managen die Stromversorgung einschließlich des Netzbetriebs, zeichnen aber auch für die Wasser-, Abwasser- und Fernwärmeversorgung verantwortlich und haben die Wohnungsbaugesellschaft, den Campingplatz, das Schwimmbad unter ihrem Dach.
Jede Möglichkeit kommunaler Flächen wurde wahrgenommen, um regenerative Energien zu gewinnen, so wurden beispielsweise für städtische Carportflächen eigens Stahlkonstruktionen mit entwickelt, die Photovoltaikanlagen tragen können. Gleiche Anlagen finden sich auch auf fast allen Wohneinheiten der Wohnungsbausgesellschaft.
In einer hochmodernen Zentrale laufen alle Fäden zusammen. Die jeweiligen Ströme erneuerbarer Energien können entsprechend der Verfügbarkeit eingespeist, geparkt oder anderweitig verwendet werden und bei Störungen oder gar Havarien gibt es einen festen Ansprechpartner, der alles im Überblick hat und auch komplexe Maßnahmen einleiten kann.
Eine komplette Dienstleistung für die Bürger und alles im Besitz der Kommune. Und Herr Troeger machte unserer Fraktion ein großes Kompliment, er sagte zu unserem Konzept: „Die LINKEN sind die einzige Partei, die sich vertieft, bis in die Wunde hinein, mit Energie befasst hat. Wie Sie sind wir auch der Auffassung, dass Energieversorgung Daseinsvorsorge sein muss.“
Harsche, aber angesichts der aufgezählten Beispiele nachvollziehbare Kritik übte er aber auch an den Strukturen in Thüringen und an der Landespolitik der letzten zwanzig Jahre. In diesem Zusammenhang ermunterte er uns, für Veränderungen die Bürger mitzunehmen. Genau das werden wir tun! Viel Erfolg Herr Troeger.