Auf Energietour in Sachen Geothermie und beim Urwald-Camp

Der Tag Zwei ihrer Energietour in dieser Woche führte die Delegation der Fraktion DIE LINKE zunächst zur Firma Pro Geos in Beberstedt bei Mühlhausen (s. Foto). Das Unternehmen hat sich auf Bohrungen für Geothermie bis zu 150 Meter Tiefe spezialisiert. Mit beeindruckenden High-Tech-Geräten wird hier die Erdwärme genutzt, die „nicht zu sehen und nicht zu riechen ist“, wie die Geschäftsführerin Frau Kremser bemerkte. Es war aber hoch spannend zu hören, mit welcher Bürokratie die Firma zu kämpfen hat: z.B. müssen Bohranträge von den Wasserbehörden der Landratsämter und zusätzlich dem Landesamt für Geologie bewertet und genehmigt werden. Aber was im Landratsamt A so gehandhabt wird, kann im Landratsamt B wieder ganz anders sein. Und waren früher zwei Antragsseiten auszufüllen, sind es heute mitunter 20. Da muss sich auch aus unserer Sicht unbedingt etwas ändern, ja vereinheitlicht und vereinfacht werden.
Bei der Firma Pollmeier in Creuzburg erlebte unsere Mannschaft ein eindringliches Plädoyer für einen besseren Umgang mit der Ressource Holz durch den Firmeninhaber Ralf Pollmeier. Es wurde zugleich aber auch deutlich, dass in Thüringen das Potential an diesem Rohstoff riesig und der Bedarf sowie Möglichkeiten des Einsatzes andererseits wachsend sind. Aber offensichtlich hat sich dies noch nicht bis zum zuständigen Ministerium herumgesprochen. Noch immer ist eine großflächige ökologisch und ökonomisch sinnvolle Bewirtschaftung des Thüringer Forstes nicht absehbar.
Dritte Station war ein Vortrag des Regionalvertreters, Herrn Päßler, der Firma Juwi, welche komplette 100%-Erneurbare Energieanlagen projektiert, realisiert und vermittelt. Zwei entscheidende Botschaften enthielt der Vortrag, erstens: es gibt nicht die Lösung, sondern unzählige verschiedene, die „nur“ von den Gegebenheiten vor Ort abhängen. Zweitens: genossenschaftliche oder andere Modelle der Betreibung und Bewirtschaftung solcher Anlagen sind ein Credo der Firma und führen nicht nur zur hohen Akzeptanz von beispielsweise Windrädern bei der Bevölkerung, sondern schaffen Arbeitsplätze und sorgen für eine Wertschöpfung vor Ort.
Einen hochinteressanten Abschluss fand der Tag in der Jugendherberge Urwald-Camp Harsberg im Mihlaer Ortsteil Lauterbach. Das unglaublich engagierte Team dort sorgt nicht nur für eine Jugendbespaßung, sondern tut extrem viel für Umweltbildung an praktischen Beispielen. In einem Vorzeigeprojekt des Bundesumweltministeriums wurde zudem hier eine Solarthermie- und Holzpelletheizungs-Anlage eingebaut. Der Haken an der ganzen Angelegenheit, dass nichts aufeinander koordiniert und abgestimmt ist. Am Ende vom Lied liefert hauptsächlich der eigentlich als Notvariante eingebaute Öltank den Heizstoff. Uns wurde dort wieder deutlich, wie dringend wir in Thüringen kompetente Energieberater benötigen. Und damit meinen wir Leute, die den Menschen nicht irgendetwas aufschwatzen, sondern nach ökologisch und energetisch optimalen Lösungen suchen. Auch eine altbekannte, aber erneut bestätigte Erkenntnis.
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