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17. Mai 2017

Integration braucht Bildungszugänge

„Dass die im Thüringer Bildungssystem in Bezug auf die Bildungs- und Integrationsmöglichkeiten für junge Zugewanderte gewählten Instrumente und Maßnahmen noch nicht vollumfänglich greifen, dafür bietet der Thüringer Flüchtlingsrat mit seiner aktuellen Publikation ausreichend Belege“, stellen Torsten Wolf und Sabine Berninger für die Linksfraktion fest.  

„Die Umfrage zeigt sehr deutlich: wollen wir den Anspruch, allen gute Teilhabe zu ermöglichen, verwirklichen, dann müssen schnell adäquate Lösungen gefunden werden“, so der bildungspolitische Sprecher Torsten Wolf. Der Landtag habe mit dem Beschluss zur Verbesserung der Beschulung zugewanderter Kinder und Jugendlicher Voraussetzungen für notwendige Veränderungen geschaffen, „nun muss dieser politische Beschluss im System Schule auch umgesetzt werden“.

„Integration braucht Bildungszugänge“, ergänzt Sabine Berninger, Sprecherin für Integrations- und  Flüchtlingspolitik. „Dazu gehört, Möglichkeiten zum Erlernen der deutschen Sprache auch über die Grundlagen hinaus zu schaffen. Sicherzustellen, dass auch fachsprachlicher Unterricht ermöglicht wird, damit die Kids auch dem Unterricht beispielsweise in Biologie zur Photosynthese folgen können.“

„Dass die sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Lernerfahrungen, die die zugewanderten Kids mitbringen, hohe Herausforderungen an Schule stellen und oft strukturell nicht mit dem Gewohnten bewältigt werden können, ist unstrittig. Und anerkennenswert ist, dass viele Lehrerinnen und Lehrer an vielen Thüringer Schulen sich dieser Aufgabe engagiert und sehr motiviert im Sinne der Kinder und Jugendlichen widmen“, so die Abgeordneten. Deutlich sei aber auch, dass die starre Auslegung der Vollschulzeitpflicht dazu führe, dass 16-jährigen häufig mit dem Tag ihres Geburtstages Bildungswege verwehrt würden, dass es Wege brauche, lange Warteschleifen für junge Menschen zu verkürzen, dass Schulen und Lehrkräfte mehr Unterstützung, Fortbildung und unkompliziert Zugriff auf Unterrichtsmaterialien bräuchten.

„‚Jeder junge Mensch hat ein Recht auf schulische Bildung und Förderung. Das Recht wird nach Maßgabe dieses Gesetzes gewährleistet‘, diesen im Thüringer Schulgesetz formulierten Anspruch für alle jungen Menschen umzusetzen, ihnen damit Zukunftsperspektiven und die Chance auf ein gutes, selbstbestimmtes Leben zu eröffnen, daran arbeiten wir derzeit gemeinsam mit den Flüchtlings- und BildungspolitikerInnen der Koalitionsfraktionen und den zuständigen Ministerien. Die Kritik und Anregungen des Flüchtlingsrates sind in diesem Prozess eine willkommene Unterstützung“, so Berninger und Wolf abschließend.

Umfrageergebnisse des Flüchtlingsrates Thüringen e.V.: externer LINK